woche.at – Amt schockiert mit Horror-Rechnung

Albert Geri sollte 67.600 Euro für den Abriss eines Hauses bezahlen, das ihm nicht (mehr) gehört …

Steilen Sie sich vor, Sie gehen zum Briefkasten, holen die Post heraus und finden dort eine Rechnung des Magistrats in der Höhe von 67.600 Euro, von der Sie bis dato keine Ahnung hatten. Sie wären schockiert? Albert Gerl jedenfalls war’s.

Gerl bekam vor Kurzem nämlich eine Mitteilung der Bau- und Anlagenbehörde zugeschickt, laut der ein Vollstreckungsverfahren gegen ihn läuft. Binnen zwei Wochen hätte er das Gebäude in der Andritzer Reichsstraße 34 abzureißen. Komme er dem nicht nach, würde das die Behörde selbst übernehmen und Gerl die Rechnung präsentiert bekommen. Und zwar in eben besagter Höhe von 67.600 Euro, wie aus einer detaillierten Kostenschätzung im Schreiben hervorgeht.

Nun, wäre Gerl dem nachgekommen und mit Bulldozern aufgekreuzt, der Besitzer des Hauses wäre sicher gleich überrascht gewesen wie Gerl beim Öffnen der Post. Denn Gerl hat die Liegenschaft vor über einem Jahr verkauft. Auch der Rechtsstreit, auf den sich das Vollstreckungsverfahren bezieht, ist laut Gerls Anwalt Christian Horwath schon lange beigelegt. „Ein Blick in das Grundbuch hätte gereicht und man hätte sich diese Peinlichkeit erspart“, so Horwath. In der Bau- und Anlagenbehörde gibt man den Fehler mittlerweile offen zu. „Die Mitteilung ist irrtümlich ergangen. Leider scheint hier einiges ungeschickt verlaufen zu sein“, heißt es auf Nachfrage der WOCHE. Nun ist man um Schadensbegrenzung bemüht, doch Horwath winkt ab: „Meinem Mandanten sind dadurch erhebliche Kosten entstanden, die fordern wir selbstverständlich zurück.“

mario.lugger@woche.at

2018-02-19T10:54:38+00:00