wirtschaftsblatt.at – Anlageaffäre spitzt sich zu: Strafanzeige und Konkursantrag gegen marode Globe Invest AG

Ein Anleger wirft der Globe Invest AG Betrug, Täuschung und Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen vor. Der Anleger forderte Mitte Oktober 2008, nach fünf Jahren, sein Geld zurück. Er bekam es bis heute nicht. Globe Invest-Chef Bernhard Wolschlager weist die Vorwürfe zurück.

Die Lage der finanziell angeschlagenen Investmentfirma Globe Invest um den oberösterreichischen Finanzzampano Bernhard Wolschlager spitzt sich zu.

Denn: Die Geduld die Anleger, die auf ihr investiertes Geld warten und bisher bloß mit dem geplanten Antrag auf Eröffnung eines Ausgleiches vertröstet wurden, dürfte bereits überstrapaziert worden sein.

Zumindest im Fall des Globe-Investors Martin W., der von der renommierten Grazer ­Anwaltskanzlei Greiml & Horwath vertreten wird.

Anlegeranwalt  Christian Horwath hat am Montag im Namen seines Mandanten W. eine brisante Sachverhaltsdarstellung gegen die Globe Invest AG und ihren Vorstandschef Bernhard Wolschlager bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Verdacht: Betrug und grobfahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen.

Zugleich hat Horwath beim Handelsgericht Wien gegen das Beteiligungskonglomerat mit Sitz im noblen Wiener Palais Ferstel einen Konkursantrag gestellt.

Heftige Vorwürfe

Laut der Strafanzeige hat Globe Invest-Anleger W. Ende August 2003 zum Kauf von Genussscheinen 12.000 € an Globe Invest überwiesen. Monatlich sei ihm ein Kontoauszug übermittelt worden, „sodass der Eindruck entstand, dass sein Geld jederzeit verfügbar sei“.

„Da die Performance der Genussrechte nicht zufriedenstellend war“, heißt es in der Anzeige weiter, „hat W. sein Konto gekündigt und am 16. Oktober 2008 die Auszahlung des verbleibenden Guthabens von 9.415,96 € beantragt“.

Laut Anleger W. wurde die Kündigung des Kontos bei Globe Invest durchgeführt, aber das Unternehmen hat „bis dato nicht reagiert“.
„Es besteht daher der Verdacht, dass Globe Invest bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt zahlungsunfähig war und die Zahlungsfähigkeit vorgetäuscht hat“, formuliert es Anwalt Horwath in seinem Schriftsatz. „Es besteht der Verdacht, dass Gläubiger­interessen gravierend verletzt wurden.“

Am 11. Dezember 2008 hat W. die Globe Invest erneut kontaktiert und eine Kopie der Zuteilungsbestätigung übermittelt. Eine Globe Invest-Mitarbeiterin teilte W. per E-Mail mit, er möge sich doch an den Globe-Vertriebsleiter wenden.

Zur Erinnerung: Die Globe Invest AG hat ihre 5000 Kunden und Berater  am 15. Dezember angeschrieben, Liquiditätsprobleme eingestanden und einen Ausgleich angekündigt. Die Ursache der Verluste wird auf die globale Finanz- und Immobilienkrise zurückgeführt.

„Wir wollen aufklären, ­wohin die Gelder tatsächlich geflossen sind“, sagt Anwalt Christian Horwath.

Vorwürfe bestritten

„Es sind viele Fakten, die erst geklärt werden müssen“, sagt Globe Invest-Boss Bernhard Wolschlager. „Einen Betrug weisen wir hundertprozentig zurück. Wir wollen niemanden schädigen, wir wollen das Beste herausholen.“ Auf keinem Fall sei Globe schon im Oktober 2008 insolvent gewesen.

2018-02-14T10:59:12+00:00