kleinezeitung.at  – Oberzeiring: „Der Ruf ist ruiniert“

Mehr als 40 Landwirtinnen aus dem Raum Oberzeiring machen sich nun für jenen Bauern stark, der Knecht schlecht entlohnt haben soll.

Zahlreiche Landwirtinnen aus Oberzeiring und Umgebung setzen sich für jenen Bauern ein, der seinen Knecht schlecht entlohnt haben soll. Der Landwirt beschäftigte den Mann angeblich für einen Hungerlohn, Klage wurde eingereicht. Im April soll die erste Verhandlung am Arbeitsgericht über die Bühne gehen (wir berichteten).
Die rechtlichen Vertreter des Landwirts, die Greiml & Horwath Rechtsanwaltspartnerschaft, sagen zu der Anschuldigung: “Diese Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen.” Die Entlohnung sei nach den Vorschriften erfolgt, zudem “wohnte der Landarbeiter bei freier Station auf dem Hof und hatte vollen Familienanschluss”. Mehr als 40 Bäuerinnen schlagen in einem Schreiben in dieselbe Kerbe. “Es ist so eine nette Familie, das Ganze tut uns so weh”, begründet Christine Kreuzer, eine der Frauen, dieses Vorgehen. In dem Schreiben heißt es etwa: “30 Jahre lang hatte ein Mensch mit Behinderung, der sonst wohl sehr wenig Chancen am Arbeitsmarkt hätte, einen Platz, der ihm Arbeit und ein Zuhause mit Familienanschluss bot.” Integration und Respekt habe der Landarbeiter erfahren, und: “Er konnte einer Aufgabe nachgehen, die ihm ein geregeltes, sinnvolles und weitgehend unbeschwertes Dasein ermöglichte.”
Die Frauen wollen sich für den Bauern einsetzen, da dieser sich nicht wehren könne, der Ruf der laut Bäuerinnen beliebten und angesehen Familie ruiniert sei. Sie fragen sich auch, wer sich künftig um den Knecht kümmern wird? Sie befürchten, dass er in einem Pflegeheim ein aufgabenloses Dasein fristen wird. Jene, die sich für den Mann starkmachen, machen sie auf die Verantwortung aufmerksam, einem behinderten Menschen Arbeitsplatz und die Wärme einer intakten Familie zu bieten.

2018-02-14T16:32:20+00:00