wirtschaftsblatt.at – Bei der Globe Invest AG bahnt sich ein Debakel für Anleger an

Der Emittent von Genussrechten und Schuldverschreibungen hat angeblich mit Spekulationen Anlegergelder in den Sand gesetzt. Ein gericht-liches Nachspiel droht.

Sattledt/Wien. Die Anleger der Globe Invest AG, Emittent von Genussrechten und Schuldverschreibungen mit „Servicecenter“ im noblen Wiener Palais Ferstel, müssen um ihr Vermögen zittern. Am 17. Dezember 2008 hat die Anlagefirma um Finanzzampano Bernhard Wolschlager ihren Kunden mitgeteilt, dass man in Schieflage geraten sei und man versuche, einen gerichtlichen Ausgleich für die Globe Invest AG, ihre Tochter Grund & Immo GmbH und die Grund & Immo Beteiligungs GmbH anzupeilen. Globe wolle die Weihnachtsfeiertage nutzen und die Unterlagen bis 31. Dezember fertigstellen. Die Auszahlungen seien deshalb gestoppt worden. Bereits am ll. Dezember hat Wolschlager drei Emissionen von Unternehmensanleihen der Grund & Immo GmbH „vorzeitig beendet“. Anleger vor der Krise „Wir sind derzeit nicht er-reichbar“, erklärte am Donnerstag weiterhin eine Stimme vom Telefonband der Glo-be Invest-Verwaltungszentrale in Sattledt. „Wir sind im Zuge der Finanzkrise g-zwungen, den Ausgleich an-zumelden und bereiten alles vor, um eine möglichst hohe Ausgleichquote anbieten zu können.“

Weder beim KSV1870 in Linz noch in der KSV1870-Zentrale in Wien sind bisher diesbezügliche Insolvenzanträge bekannt. Anwalt schaltet FMA ein Indes ist der Grazer Anleger-anwalt Harald Christandl in die Offensive gegangen. Christandl hat die Globe Invest am Montag aufgefordert, drei seiner Mandanten binnen zehn Tagen 130.000 € zurück-zuzahlen. „Die Verkaufsfolder sind so aufgebaut, dass dem Anleger der Eindruck vermittelt wird, dass eine hundert-prozentige Kapitalgarantie vorliegt“, wirft Christandl den Globe Invest-Machern vor. Auch habe der „Vermittler“ zugesagt, dass „eine wöchentliche bedingungslose Rückkaufsmöglichkeit gegeben sei“. Seine Mandanten seien keine Spekulanten, son-dern „einfache Konsumenten“, die ihr Geld für den bereits begonnenen Bau eines Einfamilienhauses benötigen. Zu-gleich hat der Anwalt die Finanzmarktaufsicht (FMA) auf-gefordert, den Fall „Globe Invest“ aufzuklären. Christandl
will auch Strafanzeige erstat-ten. Dem Vernehmen nach hat Globe Invest für ihre „Ge-schäfte“ keine Konzession der FMA. Bernhard Wolschlager scheint aber bei der FMA als Finanzdienstleistungsassistent der Ariconsec Investment GmbH und der Skandia Invest Service GmbH auf.

Globe Invest

Die Globe Invest AG gehört laut Firmencompass zu 28 Prozent Bernhard Wolschlager und zu 27,01 Prozent einer Globe Consulting FZE mit Sitz in der Freihandelszone Ras Al Khaimah in Dubai. Zehn Prozent hält die „Baader Sen. Beteiligungsgroup“; je 6,25 Prozent halten die San Gabriel Privastiftung und die T.R. Privatstiftung um die C-Quadrat-Macher Alexander Schütz und Thomas Rieß; fünf Prozent hält die Schweizer G.R.A.C.E. Group AG um den Österreicher Gernot Friedhuber. Bei den Globe-Beteiligungen fällt das Bedarfsflugunternehmen „Globe Air“ auf. Globe Invest, Globe Consulting und Wolschlager halten insgesamt 15,4 Prozent. Die Mehrheit an Glo-be Air hält die Huemer Holding um Polytec-Chef Friedrich Huemer und 8,57 Prozent die Haidlmair Holding des Werkzeugbauers Josef Haidlmair.

2018-02-19T09:54:46+00:00