wirtschaftsblatt.at – Globe Invest-Krimi wird ein Fall für das Parlament

Der eklatante Personalmangel bei der Staatsanwaltschaft Wien wird zumindest in einem Fall ein Nachspiel haben. Im 34-Millionen-€-Anlegerkrimi um die bankrotte Finanzfirma Globe Invest von Bernhard Wolschlager wird die Geduld der Anleger überstrapaziert.

Nach einem Akten-Ping-Pong Ende 2008 ist das Ermittlungsverfahren (Aktenzahl 18 St 7/09s) am 13. Jänner 2009 vom Landesgericht Korneuburg nach Wien übertragen worden. Dem Vernehmen nach gibt es aber bis heute weder einen Ermittlungsauftrag noch ist ein Gutachter bestellt worden, obwohl zumindest 2135 Geschädigte von diesem Fall betroffen sind. Dem Vernehmen nach sind elf Strafanzeigen gegen die Globe Invest-Führung bei der Anklagebehörde gelandet. Fakt ist auch, dass der Globe-Akt nicht von der Wirtschaftsgruppe der Staatsanwaltschaft Wien warm gehalten wird, sondern von einer regelrecht mit Akten zugeschütteten Anklägerin der “Allgemeinen Abteilung”.

Ein Jahr nichts getan

“Ein Jahr nichts zu tun ist doch etwas zu viel”, sagt Anlegeranwalt Christian Horwath, der den Stein im Fall Globe Invest mit einer Anzeige ins Rollen gebracht hat. “Wir werden eine Beschwerde bei der Oberstaatsanwaltschaft einbringen und eine parlamentarische Anfrage machen.”

“Aufgrund der eklatanten Personalnot können mittlere Wirtschaftsverfahren nicht in der Wirtschaftsgruppe bearbeitet werden”, sagt der Erste Staatsanwalt Gerhard Jarosch.

Laut früheren Aussagen bestreitet Ex-Globe-Zampano Wolschlager die Vorwürfe.

2018-02-14T13:43:38+00:00