diepresse.com – Wirbel im Kriminalfall Globe Invest: Razzia, Kontosperren, Einvernahmen

SATTLEDT/WIEN. Im Fall der insolventen Anlagefirma Globe Invest mit Verwaltungssitz in Sattledt gab es sechs Hausdurchsuchungen. In den nächsten Tagen werden Beschuldigte einvernommen.

Seit knapp zwei Jahren ermittelt die Justiz gegen den Firmenchef von Globe Invest, Bernhard Wolschlager, unter anderem wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug und Untreue. Die Masseverwalterin Ulla Reisch und der Grazer Anlegeranwalt Christian Horwath haben zuletzt kritisiert, dass nichts weitergeht. Nun hat die Staatsanwaltschaft Wien sechs Hausdurchsuchungen angeordnet – bei Wolschlager, drei anderen Beschuldigten und einer weiteren Person.

Es seien zahlreiche Unterlagen gefunden worden, die nun gesichtet würden, sagt Michaela Schnell, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Außerdem wurden Konten von Firmen und Beschuldigten geöffnet und gesperrt.

Wie berichtet, ging Globe Invest im März 2009 mit 34 Millionen Euro Schulden in Konkurs. Rund 5000 Anleger sollen betroffen sein, darunter viele Oberösterreicher.

Im Insolvenzverfahren rechnen die Masseverwalter mit einer sehr geringen Quote, weil die Verwertung von Beteiligungen und Liegenschaften schwierig sei. Justiz und Finanzbehörden versuchen, das undurchsichtige Firmengeflecht und Geldflüsse bis nach Dubai zu verfolgen.

In den nächsten Tagen werden laut Staatsanwaltschaft Beschuldigte einvernommen. Die Ermittler wollten auch eine Liegenschaft beschlagnahmen. Das wurde vom Gericht aber aus rechtlichen Gründen abgewiesen. „Wir werden dagegen Beschwerde einlegen“, sagt Sprecherin Schnell.

Anwalt Christian Horwath hat inzwischen mehr als 20 Klagen gegen Vermögensberater eingebracht, die Globe-Invest-Produkte vertrieben haben. Die Anleger steckten ihr Geld in Genussscheine und Unternehmensanleihen von Globe Invest (Hauptsitz im Wiener Palais Ferstel, Verwaltungszentrale in Sattledt).

Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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2018-02-14T14:54:16+00:00