woche.at – Ich geb‘ mein Bein nicht her

Nach einem angeblichen Kunstfehler im UKH kämpft ein Grazer verbissen gegen die Amputation eines Beins.

„Ich bin mit dem Ball aufs Tor zugelaufen und dann hat’s gekracht“, erinnert sich Claus Woger mit Schaudern zurück. Das Fußballertalent war mit dem gegnerischen Tormann zusammengeprallt, ein schicksalhaftes Foul, das einen Unterschenkelbruch zur Folge hatte. Das war am 20. April 1991, seit damals leidet Woger an den Folgen des Unfalls beziehungsweise an den Kunstfehlern, die angeblich bei der Behandlung im Grazer UKH passiert sind -das behauptet zumindest sein Anwalt Christian Horvath, der sich auf ein Gutachten des gerichtlich beeideten Sachverständigen für Unfallchirurgie, Albin
Obiltschnig, beruft.

Horvath: „Nicht nur, dass es im Verlauf der jahrelangen Behandlung zu etlichen Entzündungen sowie Knocheneiterungen und Tumorbildungen gekommen ist, es wurden auch Nerven verletzt und eingenäht. Mehrmals wurde meinem Mandanten nahegelegt, das Bein amputieren zu lassen.“ Doch Woger kämpft um sein Bein, schluckt seit Jahren starke Schmerzmitteln um den Alltag ertragen zu können. „Ich will mein Bein behalten.“ Seine einzige Chance: Ein Mediziner will nun versuchen, die Nervenbahnen wieder zusammenzuschließen. Gegen das UKH, wo der ärztliche Leiter Martin Mähring auf Anfrage der WOCHE kein Statement abgeben will, bevor er den Fall nicht gründlich untersucht habe, wird nun jedenfalls ein Kunstfehlerprozess angestrebt. „Wir fordern Schmerzengeld“, so Horvath.

2018-02-19T09:58:52+00:00