nachrichten.at – Globe Invest will doch nicht in Konkurs gehen

SATTLEDT/WELS/WIEN. Knalleffekt im Fall der Anlagefirma Globe Invest mit Verwaltungssitz in Sattledt: Bei der gestrigen Einvernahme am Landesgericht Wels hat Vorstand Bernhard Wolschlager alle Geschütze aufgefahren, um ein Konkursverfahren zu verhindern. Zuvor hatte er auf der Firmen-Homepage noch einen Zwangsausgleich angekündigt.

An drei Fronten bekämpft Wolschlager mit einem neu engagierten Wiener Anwalt das drohende Insolvenzverfahren. Zum einen wird dagegen berufen, dass der Fall in Wels verhandelt wird. Der Firmensitz von Globe Invest ist im Palais Ferstel in Wien.

Zweitens ist Globe Invest der Ansicht, dass der Anleger, der den Konkursantrag eingebracht hat, das gar nicht tun dürfte, weil er einen Genussschein gezeichnet hat und dadurch Eigenkapitalgeber und nicht Konkursgläubiger sei.

Zu guter Letzt bezeichnet Wolschlager die Liquiditätsprobleme von Globe Invest laut Konkursrichter Werner Holzapfel als „vorübergehende Schwäche“. Globe Invest sei nicht zahlungsunfähig. Das klingt kurios, hat das Unternehmen doch schon im Dezember eingestanden, dass man kein Geld an seine Anleger mehr auszahlen könne. Insgesamt hat die Firma mehr als 5000 Kunden, die rund 38 Millionen Euro investiert haben. Darunter sind viele Oberösterreicher.

Sanierung angekündigt

Auf der Homepage steht nun: „Bis Ende Februar wird das Sanierungskonzept präsentiert.“ Vor einem Monat hieß es, es gebe Immobilien zu verkaufen und potentielle Investoren.

Unterdessen laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien. Der Grazer Anwalt Christian Horwath hat für einen Anleger eine Sachverhaltsdarstellung wegen Betrugs und der fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen gegen Globe Invest eingebracht. (az)

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2018-02-14T11:23:09+00:00