osttirol-online.at – „M 99“ soll Innenstadt so richtig in Schwung bringen

Der Bereich Messinggasse/ Genossenschaftsmühle an der Tiroler Straße in Lienz (gegenüber der BH) soll nun ein besonders attraktiver Teil der Innenstadt werden. Es geht dabei um das Einkaufscenter „M 99“. Projektkosten: 20 bis 22 Mio €.

Die Einkaufswelt in Lienz dehnte sich mittlerweile in Richtung Nußdorf-Debant aus. Das geplante Einkaufscenter „M 99“ könnte nun die von so manchen erhoffte Wende bringen. Um rund 20 bis 22 Mio. € soll der hochmoderne Bau entstehen, geplant von Ing. Peter Lorenz. Geboten werden über 8.400 m2 Handelsfläche (inklusive Gastronomie). Über ein riesiges Glasdach kommt viel Tageslicht ins Gebäude. „Das Center schließt auf einer Seite direkt an die verkehrsberuhigte Zone von Lienz an. Auf der anderen Seite gibt’s die Durchzugsstraße. Ein solch toller Standort ist normalerweise kaum zu finden“,
freuen sich die Südtiroler Bauherren Günther Bachmann und Josef Reichegger (Brauneck Home GmbH, Innichen). Sie kamen über Vermittlung der Anwaltskanzlei Greiml & Horwath nach Lienz und erwarben Grundstücke und Häuser im Bereich Messinggasse/Genossenschaftsmühle von neun Besitzern.

Keine Insel
Lorenz: „Ein Einkaufscenter in der Stadt ist zudem die schnellste Möglichkeit, diese wieder in Schwung zu bringen. Es sammelt Leute.“ So will man auch an Schließtagen das Center teilweise für die Öffentlichkeit „offen“ halten. Gedacht ist an Durchgänge mit Schaufenstern. Um die 330 geplanten Parkplätze schaffen zu können, plant man eine Tiefgarage, aber auch ein Parkhaus auf der gegenüberliegenden Seite der Tiroler Straße, „das man mittels einer Brücke mit dem Center verbindet.“ Auch zwei Haltestellen für den öffentlichen Verkehr sollen entstehen.

Problem Verkehr
Dass das neue Center noch mehr Verkehr als bisher (zu Spitzenzeiten über 20.500 Kraftfahrzeuge täglich) anlocken wird, macht Bgm. Johannes Hibler noch Sorgen. „Die Frage ist, wie man die Kundenfahrzeuge am besten in den fließenden Verkehr einbindet.“ Die Bauherren: „Um dem Herr zu werden, wird es nur Rechtsabbieger in die Tiefgarage bzw. in das Parkhaus geben.“ Auch sollen weitere Ampeln entstehen.
Wenn alles klappt, kann das „M 99“ bereits im Jahre 2010 gestürmt werden. Dass auch ein
Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Stadt beim Postgebäude Lienz in Planung ist, darüber machen sich die Betreiber von „M 99“ keine Sorgen. „Denn wir könnten doppelt so viel Fläche vermieten wie möglich.“ Welche Geschäfte einziehen werden, ist aber noch nicht fixiert. Man liebäugelt neben Kunden aus Osttirol vorwiegend mit jenen aus dem südlichen Salzburg, dem westlichen Kärnten und Südtirol. „Dass man in Lienz ein so großes Einkaufscenter errichten will, ist der Beweis dafür, dass die Stadt ein lebender Wirtschaftsstandort ist“, freut sich der Bürgermeister.

Echo
Die Präsentation der Pläne lockte viele Interessierte in den Ratsaal in der Lienzer Liebburg. Anrainer, einstige Grundstücksbesitzer, Gemeinderäte und weitere. Dipl.-Ing. Anton Thum von der ARGE Kreuzgasse-Messinggasse betonte: „Die Messinggasse begrüßt das Projekt!“ GR HR Dr. Gerwald Lentner regte an, sich mehr mit dem City-Bus zu beschäftigen. Die Lienzer Geschäftsfrau Brigitte Rossbacher findet zwei Einkaufszentren in Lienz zuviel. „Man sollte sich vorerst nur für eines entscheiden und schauen, ob es funktioniert.“ LA Dipl.-Ing. Elisabeth Blanik wünscht sich Veranstaltungsräumlichkeiten im neuen EKZ. Architekt Lorenz griff den Vorschlag dankend auf. Über die Vergabe der Widmung entscheidetder Gemeinderat. Die Raiffeisengenossenschaft, welche die Mühle verkaufte, vereinbarte mit den Südtiroler Investoren, dass nur Material aus ihren Baumärkten verwendet werden darf.

2018-02-14T11:20:23+00:00