kleinezeitung.at – Metropol: Disco-Besitzerin will 2,4 Millionen

Nach Volksanwalt-Einsatz, TV-Auftritten und mehr als 135 Verwaltungsstrafverfahren kämpft die Besitzerin des “Metropol” in Wies weiter.

Im Zentrum von Wies erinnert schon lange nichts mehr an lautstarke Disco-Zeiten. Keine Autoschlangen bis weit über die Ortsgrenze hinaus, keine schillernden Figuren. Und der dröhnende Bass wummert bestenfalls aus dem einen oder anderen Pkw. Das “Metropol” in Wies ist seit mehr als 15 Jahren in einen völlig aus den Ufern geratenen Rechtsstreit verwickelt. Ende ist keines in Sicht.

Eingestellt. Die Liste der Vorwürfe ist lang: “Land, Bezirkshauptmannschaft und Gemeinde haben meiner Mandantin rechtswidrig durch amtsmissbräuchliches Handeln einen Schaden von 2,4 Millionen Euro zugefügt”, so Verfahrenshelfer Herbert Greiml, der die Disco-Chefin Helene Pilko-Weiland rechtlich vertritt. Konkret wird den Behörden vorgeworfen, dass ein normaler Betrieb aufgrund “ungerechtfertigter Überwachungstätigkeit” nicht möglich gewesen war. Es kam zu Anhörungen, Beschwerdebriefen, Prozessen. Eine Feuermauer, Lärmbelästigungen, Parkplatzstreitigkeiten und vieles mehr waren die Gründe. Insgesamt gab es 135 Verwaltungsstrafverfahren die zum größten Teil mit der Einstellung endeten.

Amtshaftung. Die Folge: Die Besucherzahlen gingen zurück. Seit zwei Jahren ist das Lokal geschlossen. Der Volksanwalt wurde eingeschaltet, die Disco-Besitzerin trat im ORF auf. Alles ohne Wirkung. Ein letztes Mal bäumt sich Helene Pilko-Weiland nun auf: “Ich fordere das Geld zurück, das mich die Verfahren gekostet haben, die nur aus Neid und Habgier begonnen wurden.” Von einer neuen Amtshaftungsklage will sie aber nichts wissen und hofft auf eine außergerichtliche Einigung. “Alles, was ich will, ist, meinen Betrieb, der seit Jahrzehnten meiner Familie gehört, dem Enkerl zu übergeben.”

Große Nummer

Immerhin: Das Tanzlokal sieht noch genauso aus wie früher. Dieselben roten Polsterbezüge, dieselbe Bar, dieselbe Discokugel. An damals, als sogar der Disco-Tross des ORF hierher tingelter, erinnert sich auch Moderator Udo Huber. “Zweimal waren die ,Großen Zehn’ hier. Opus und Grönemeyr kamen, die Fine Young Cannibals und London Beat. Das Metropol war eine große Nummer.” Von den Streitereien weiß Huber aber nichts.

Verloren. Über die jüngste Forderung der Disco-Betreiberin ist der Leiter des Verfassungsdienstes, Alfred Temmel, erbost. “Bereits dreimal wurde das Land auf Amtshaftung geklagt. Dreimal hat die Frau verloren.” Sie habe außerdem Schulden beim Land: “60.000 Euro wegen der Verfahrenskosten.”

2018-02-16T14:39:06+00:00