wirtschaftsblatt.at – Neue Strafanzeige im Globe Invest-Krimi

Im Strafverfahren rund um Globe Invest ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht nur gegen Globe-Boss Bernhard Wolschlager. Es gibt mittlerweile schon mehrere Beschuldigte.

Im Wirtschaftskrimi um das bankrotte Finanzkonglomerat Globe Invest AG von Bernhard Wolschlager wird der Ermittlungsdruck erhöht.
Der Grazer Anwalt Christian Horwath, der den Fall Globe Invest vor mehr als einem Jahr ins Rollen brachte, hat eine weitere Sachverhalts­darstellung an die Staatsanwaltschaft Wien abgeschickt, die unter der Aktenzahl 610 St 35/09m ein komplexes Ermittlungsverfahren führt.

Die Anzeige richtet sich gegen die Globe-Tochter Grund & Immo GmbH, gegen Wolschlager und einen Finanzvermittler. Im Mittelpunkt der neuen Anzeige steht der Verdacht des Anlagebetrugs und der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubiger­interessen. Der Unternehmer Peter H. hat Ende Oktober 2008 das Produkt Corporate Bond der Grund & Immo gezeichnet. „Bereits zwei Monate nach dem Kauf wurde dem Anleger mitgeteilt, dass Grund & Immo in Zahlungsschwierigkeiten sei und keine Gelder mehr auszahlen können“, heißt es in der Anzeige. „Am 22. Mai 2009 wurde der Konkurs über die Grund & Immo eröffnet. Es besteht der Verdacht, dass die Gesellschaft bereits im Oktober 2008 insolvent war und sie die Gelder des Anlegers nicht mehr annehmen hätte dürfen.“ Zugleich soll der Anleger über das Investment in eine ­Anleihe „in die Irre geführt“ worden sein.

Vorwürfe bestritten

Laut früheren Stellungnahmen gegenüber dem WirtschaftsBlatt bestreitet Bernhard Wolschlager alle Vorwürfe. Indes wurde im Strafverfahren das Ermittlungstempo erhöht. „Es gibt mittlerweile mehrere Beschuldigte und wir warten derzeit auf den Bericht der Polizei, die in Kooperation mit dem Sachverständigen den Fall aufarbeitet“, sagt Staatsanwalt Gerhard Jarosch. Gutachter ist ein Experte von KPMG. Auch die Aufsichts­räte der Globe-Gesellschaften sind im Visier der Ermittler, die angeblich eine auffällige, aber bezahlte Untätigkeit an den Tag gelegt haben sollen. Im Wesentlichen sei Globe ein mutmaßlicher „Loch-auf-Loch-zu-Fall“. Die Anklagebehörde geht von 3700 Geschädigten aus. Geschätzter Schaden: 34 Millionen €.

2018-02-14T14:10:33+00:00