woche.at – Peugeot droht peinliche Panne

Ausgelöst durch eine Grazer Klage könnte dem französischen Konzern eine Rückrufaktion blühen  – das sagt ein Anwalt. 

Das Jahr 2010 könnte für den französischen Autobauer Peugeot mit einem bitteren Beigeschmack enden. Ausgelöst durch einen am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz anhängigen Prozess, könnte dem Konzern nämlich eine Rückholaktion blühen. Das behauptet zumindest der Rechtsanwalt Christian Horwath.

Aber alles der Reihe nach: Begonnen hat die Causa im Februar 2008. Damals hat sich die Angestellte Claudia Haselbacher mit ihrem Ersparten einen Wunschtraum erfüllt und einen brandneuen Peugeot 207 CC gekauft. Die Freude daran hielt allerdings nicht lange: „Schon zwei Monate nach dem Kauf traten die ersten Probleme auf. Am Anfang war es ein leichtes, ruckartiges Zucken des Motors, bis dieser zum Teil überhaupt kein Gas mehr an-nahm“, berichtet Haselbacher. Die Folge davon seien etliche gefährliche Vorfälle gewesen, Haselbacher wäre — vor allem bei sehr heißen oder sehr kalten Temperaturen — mit ihrem Wagen des Öfteren mitten auf Kreuzungen stehen geblieben. Auch unzählige Reparaturen und Updates hätten daran nichts geändert. Also wollte Haselbacher das Auto zurückgeben, doch obwohl der Händler sich gesprächsbereit zeigte, scheiterte die Rückgabe am Veto von Peugeot, berichtet Horwath: „Daraufhin haben wir eine Klage eingereicht. Wir fordern die Rücknahme des Autos und das Eingeständnis von Peugeot, dass dieses Modell nicht für den ausschließlichen Kurzstreckenbetrieb geeignet ist.“ Sowohl Techniker als auch der vom Gericht bestellte Sachverständige vermuten hier
mittlerweile nämlich einen Zusammenhang — das belegen laut Horwath die Gerichtsakten, die der WOCHE vorliegen.

Demnach fand Ende November auch eine Probefahrt mit allen Beteiligten statt. Ergebnis: Das besagte Problem trat auf einer Fahrtstrecke von nur 100 Metern zwei Mal auf. In seinem Gutachten bestätigt der Sachverständige Bernhard Peyer daraufhin, dass sich daraus „extrem gefährliche Situationen“ ergeben können. Die Ursache dafür könne er aber nur eingrenzen und nicht genau feststellen. Höchstwahrscheinlich handle es sich um ein Elektronikproblem, schreibt Peyer. Anwalt glaubt an Serienproblem Anders Peugeot: In einer gerichtlichen Zeugeneinvernahme gibt der zuständige Chefmechaniker den Katalysator als Wurzel des Problems an. Um dieses zu beheben, müsste die Klägerin das Fahrzeug mindestens einmal pro Woche länger ausfahren. „Eine der Kaufbedingungen meiner Mandantin war aber, dass das Auto für Kurzstrecken geeignet sein muss. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um keinen Einzelfall, sondern um ein Serienproblem“, so Horwath. Laut Anwalt könnte dadurch eine Rückrufaktion notwendig werden. Durch seine Recherchen seien Horwath mittlerweile nämlich mehrere Fälle bekannt.

Harter Tobak, darum haben wir nämlich auch Peugeot Austria mit dem Sachverhalt konfrontiert. Der Konzern bestätigt zwar das Verfahren, will aber, nachdem der Fall gerichtsanhängig ist „keine weiterführende Stellungnahme abgeben“. Das Prozess bleibt also spannen…….

2018-02-19T11:43:44+00:00