woche.at – Pleite folgt Nachspei vor Gericht

Als „Flick-Entführer füllte Gerhard Möser einst die Gazetten, nun hat ihn die Justiz erneut im Visier.

Für Schlagzeilen hat Gerhard Möser schon oft gesorgt. Zuerst als gefeierter Szenegastronom in Graz (Bojangles) und Monaco (Cafe Mozart), später als Entführer des Schwagers des mittlerweile verstorbenen Milliardärs Friedrich Karl Flick. Zwölf Jahre Haft hat Möser dafür abgesessen, die er in seinem Buch „Entführung aus Liebe“ aufgearbeitet hat. Und nun befindet sich dieser Mann erneut im Visier der Justiz. Beim Landesgericht für Strafsachen Graz wurde Strafanzeige gegen ihn wegen  des Verdachts des Betrugs, der Gläubigerbevorzugung sowie der Exekutionsvereitelung eingereicht.

Alles Vorwürfe, die sich rund um die Pleite seiner „G. M. Vertriebsges.m.b.H“ und die damit verbundene Nahrungsergänzungsmittel-Kette „Neosino“ ranken. Zwei ehemalige Shop-Betreiberinnen — Roswitha Puck (Klagenfurt) und Ulrike Kempinger-Zorzi (Graz) — sowie zwei weitere Parteien fühlen sich um ihr Geld betrogen: „Ich habe das Geschäft in der Sporgasse ein halbes Jahr lang betrieben und dafür einen Kredit in der Höhe von 25.000 Euro aufgenommen“, berichtet Kempinger-Zorzi. Geld, das sie Möser als Anzahlung für einen Shopkauf gegeben hatte. Doch dazu kam es nie, mehrmals habe ihr Möser (schriftlich) zugesagt, dass sie die Stimme retour bekomme. Nicht mehr als Vertröstungen, wie sich bald herausstellte, denn dann kam die Pleite: Möser musste in den Zwangsausgleich, nur ein Bruchteil der Summe wurde anerkannt. “

Aus unserer Sicht gibt es hier mehrere Ungereimtheiten und ich glaube nicht, dass Herr Möser dieses Geld jemals zurückzahlen wollte. Schließlich sucht er jetzt mit der gleichen Masche wieder neue Shopbetreiber“, so Rechts-anwalt Christian Horwath, der die Strafanzeige einreichte. Natürlich befragten wir auch den Beschuldigten. Er weist alle Vorwürfe zurück, vielmehr sei er selbst Opfer. „Ich habe ein Verfahren gegen diese beiden Damen eingeleitet. Denn sie ha-ben mir Geld unterschlagen und sind mit der Ladeneinrichtung verschwunden“, so Möser.

2018-02-19T09:55:14+00:00