wirtschaftsblatt.at – Schicksalstag für Beteiligungsfirma Globe Invest AG

Der Anlagefirma Globe Invest AG um Bernhard Wolschlager schlägt Dienstag, möglicherweise die letzte Stunde. Am Landesgericht Wels wird über die Konkurseröffnung entschieden, Anlegeranwalt stellt weitere Anträge.

Der Grazer Anwalt Chris­tian Horwath hat für Anleger nicht nur Strafanzeige wegen Betrugsverdacht gestellt, sondern zudem für eine Anlegerin Konkursantrag gestellt, die 12.000 € aus einem Investment in Globe Invest-Genussrechte zurückhaben will und nicht bekam. Wolschlager, der die Betrugsvorwürfe zurückweist, hat ursprünglich einen Ausgleichsantrag seinen 5000 Kunden (38 Millionen € Investment) in Aussicht gestellt, später hat er auf der Globe Invest-Homepage einen Zwangs­ausgleich nach der Konkurseröffnung angekündigt.

Montagvormittag war die Vorgangsweise noch nicht ganz klar. „Wir haben einen Überblick über die Verbindlichkeiten, aber die nähere Vorgangsweise ist noch mit der Geschäftsführung zu besprechen”, sagt Anwalt Bachmann zum WirtschaftsBlatt: „Aber mit einem eigenen Insolvenzantrag ist nicht zu rechnen.” Zumindest in den kommenden Tagen werde es seitens des Unternehmens keine Insolvenzanträge, auch für andere Globe Invest-Gesellschaften, geben. Indes bestätigt Anlegeranwalt Horwath, dass er noch diese Woche Konkursanträge gegen die Globe-Töchter Grund und Immo Beteiligungs GmbH und Grund und Immo GmbH stellen wird.

Im Fall Globe Invest AG stellt sich aber die Frage, ob Gläubiger von Forderungen aus Genussrechten überhaupt eine Rechtsstellung von Konkursgläubigern haben. Im Pleitefall „Bruck Invest” zitiert Masseverwalterin Ulla Reisch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (OGH) vom 17. Mai 2005, in der Genussscheininhabern die Stellung als Gläubiger zuerkannt wird. „Der OGH hat sich jedoch in dieser Entscheidung nicht mit der inhaltlichen Ausgestaltung der Genussrechts befasst”, weiß Reisch. Bei einer „Substanzwertbeteiligung ohne Gesellschafterrechte” seien die Genussrechtsanleger sehr wohl Konkursgläubiger, kommt Reisch zum Schluss.

Anwalt bedroht

Anlegeranwalt Christian Horwath hat aber noch andere Sorgen: „Es hat mir jemand am Telefon ausgerichtet, dass man einen unkonventionellen Sanierer beauftragt hat, der mit der ukrainischen Mafia zusam­menarbeitet”, so der Anwalt. „Die Sanierung schaut so aus, dass die Gegner mundtot gemacht und ausgeschaltet werden. Ich habe die Kriminalpolizei informiert.” Wer tatsächlich dahintersteckt, sei nicht bekannt. Horwath nimmt die Drohung aber ernst.

2018-02-14T11:13:27+00:00