Anwaltsblatt Februar 2003 – Software und Produkthaftung

In einer lesenswerten Abhandlung setzt sich Christian Horwath mit einem Thema auseinander, das zur Zeit des Y2K, also bei der Umstellung auf das Jahr 2000, von besonderer Aktualität war. Wenn auch damals die befürchteten Störungen weitgehend ausgeblieben sind, bleibt doch die Thematik aus juristischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht bedeutsam. Die Frage, ob der Hersteller der Software für einen Fehler des Programms verschuldensunabhängig und für die Dauer von zehn Jahren schadenersatzrechtlich verantwortlich ist, hat die Literatur schon seit der Erlassung des Bundesgesetzes über die Haftung für ein fehlerhaftes Produkt im Jahr 1988 beschäftigt.
Christian Horwath bejaht nach gründlicher Auseinandersetzung mit den bisher geäußerten Meinungen und unter Berücksichtigung des Gemeinschaftsrechts die Frage mit teleologischer Begründung. Wenn es der Sinn der Produkthaftung ist, den Gefahren der modernen Industriegesellschaft entgegen zu treten, so ist es sachlich geboten, auch Softwarefehler dem Geltungsbereich des PHG unterzuordnen. Neben diesem Ergebnis werden in Horwaths Buch weitere Lösungsvarianten, darunter die Stellungnahme der Kommission aus dem Jahr 1989, dargestellt. Das Buch, das im Anhang sowie in den Anmerkungen die bisherige Literatur umfassend berücksichtigt, wird für die Praxis bei den zu erwartenden Problemfällen als unumgänglicher Wegweiser dienen. Es kann für alle mit Software-Fragen befassten Juristen und Techniker zur Lektüre bestens empfohlen werden.

Von Christian Horwath. Verlag Lykam. Graz 2002, 160 Seiten, kart, € 14,90,- 

2018-02-16T14:24:20+00:00