kleinezeitung.at – Steirischer Bauer soll Knecht ausgenutzt haben

Rechtsvertretung des Landwirts wies die Vorwürfe am Montag in einer Stellungnahme auf das Schärfste zurück und spricht von “völlig aus der Luft gegriffenen Behauptungen”.

Erst vor Kurzem wurde ein obersteirischer Landwirt verurteilt, der seinen Knecht Maximilian L. jahrelang gequält hatte (wir berichteten). Nun sorgt ein neuer Fall für Aufsehen: Im Raum Oberzeiring beschäftigte ein Bauer angeblich einen Knecht jahrelang für einen Hungerlohn, wie der ORF vermeldet. Misshandlungen seien nicht im Spiel gewesen. Seit rund 30 Jahren soll Siegfried P. auf dem Hof schwere Arbeit verrichten. Die Landarbeiterkammer brachte den Fall nun ins Rollen.

Ein Verfahren am Landesgericht Leoben wurde eingeleitet, im April gehen die Verhandlungen in die erste Runde. Eingeklagt werden vorerst von der Kammer errechnete 65.000 Euro brutto für die letzten drei Jahre. “Es ist zu überlegen, die gesamten 30 Jahre geltend zu machen”, so der Judenburger Rechtsanwalt Johannes Schütz, der auch der Sachwalter des leicht geistig beeinträchtigten Mannes ist. Die rechtlichen Vertreter des Landwirts weisen die Anschuldigungen zurück: Dass der Knecht jahrelang für einen Hungerlohn Schwerstarbeit verrichtet hätte, sei völlig aus der Luft gegriffen, heißt es vonseiten der Grazer Greiml & Horwath Rechtsanwaltspartnerschaft. Vielmehr richtig sei, dass der Landarbeiter zu den üblichen Bedingungen eingestellt und nach den Vorschriften entlohnt wurde.

Michaela Fröhlich 
2018-02-14T15:49:30+00:00