diepresse.com – Strafanzeige gegen die Constantia Privatbank

Anlagebetrug, Irreführung, Täuschung und Untreue – das sind die schweren Geschütze, die Anleger gegen die Privatbank auffahren. Die Bank weist die Anschuldigungen zurück.

Der Crash der Investmentbank Lehman Brothers dürfte für die Constantia Privatbank (CPB) ein strafrechtliches Nachspiel haben.

Der Grazer Anwalt Christian Horwath hat am Donnerstag im Namen von drei geschädigten Anlegern eine Sachverhaltsdarstellung der Staatsanwaltschaft Wien übermittelt. Verdacht: Anlagebetrug, Irreführung, Täuschung und Untreue. Die drei Anleger haben laut Anzeige im Dezember 2007 ein Garantieprodukt (Zertifikat mit Kapitalgarantie) der Constantia Privatbank namens Real Estate Revival Garant gekauft, dessen Emittent Lehman Brothers Treasury Co B.V. ist. Das “Pech” ist, Lehman ist seit März 2009 im Konkurs.

“Für die drei Anleger war beim Kauf entscheidend, dass die Constantia Privatbank den Real Estate Revival Garant gemäß dem Werbeprospekt mit einer hundertprozentigen Kapitalgarantie zum Laufzeitende beworben hatte”, klagt Horwath. Auch habe die CPB damit geworben, dass die Aktien des Garant mit einer klaren Unterbewertung ins Portfolio aufgenommen wurden.

“Die CPB hat offensichtlich vorgetäuscht, dass die Aktien des Garant deutlich unterbewertet sind und hohe Gewinne versprechen würden”, sagt Horwath. “Die Verdächtigen haben vermutlich wissentlich Tatsachen vorgetäuscht, um das Produkt verkaufen zu können und dieses mit einer hundertprozentigen Kapitalgarantie angepriesen, obwohl diese Garantie zu keinem Zeitpunkt bestand.” Auch sei der Verkaufsprospekt unvollständig. “Die Bank hat es unterlassen, in dem Verkaufsprospekt vom Oktober 2007 anzugeben, dass der Real Estate Revival Garant eine hochspekulative Geldanlage ist und ausschließlich von der Bonität des Emittenten Lehman Brothers Treasury abhängt.

Dementi

“Wir weisen die Anschuldigungen zurück. Wir haben niemand getäuscht, von Irreführung kann keine Rede sein, und der Vorwurf der Untreue ist nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar”, sagt CPB-Sprecher Thomas Brey. “Es wurde überall darauf hingewiesen, dass der Emittent Lehman ist.” Lehman hätte damals beste Bonität gehabt. Und Werbeunterlagen seien keine Prospekte, sondern nur Erstinformationen.

2018-02-19T10:06:59+00:00