Tiroler Tageszeitung – Stadt Lienz bekämpft Raucherzelt

LIENZ. Wenn es nach der Stadt geht, dann soll das große beheizte Raucherzelt, das zum Kinocafé gehört, abgetragen und entfernt werden. Nicht, weil die Stadtgemeinde den Rauchern ihre Zigaretten verleiden will, sondern weil Pächterin Nina Karl-Grissmann das Zelt “kostenlos” errichtet habe, wie es in einem diesbezüglichen Schriftstück heißt. Letzlich läuft die Auseinandersetzung auf die Frage hinaus, ob ein Zelt eine bauliche Anlage bzw. ein Gebäude ist oder nicht.

“Im Bescheid der Stadt heißt es, das Zelt entspreche nicht der Tiroler Bauordnung”, erklärt Christian Horwath, der Anwalt von Nina Karl-Grissmann. “Aber aus unserer Sicht ist ein Zelt bewilligungsfrei. Es ist nicht fest im Boden verankert. Das wird in ganz Österreich so gehandhabt.” Stadtbaumeister Klaus Seirer, der für die Angelegenheit zuständig ist, sieht das anders. “Da gibt es verschiedene Ansichten dazu, ob ein Zelt ein Gebäude ist oder nicht. Davon hängt ab, ob das Zelt weiterhin vor dem Kino stehen darf oder weg muss.”

Ob Osttirols Raucher weiterhin in einem warmen Zelt ihrem Laster fröhnen dürfen oder nicht, beschäftigt auch die Bezirkshauptmannschaft. “Es läuft ein Strafverfahren in dieser Sache, weil die Stadtgemeinde angezeigt hat, dass das Zelt ohne Baubewilligung errichtet wurde”, erklärt Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

2018-02-16T12:49:57+00:00