Journal – Das Osttiroler Monatsmagazin – Von der Wüste auf den Bildschirm

Der Lienzer Anwalt Dr. Christian Horwath kämpft ab 28. April 2014 auf dem österreichischen Privat-TV-Sender ATV im brandneuen Format “Mein Recht! Ich geb’ nicht auf” für die Anliegen seiner Mandanten.

Dr. Christian Horwath ist hart im Nehmen. Das beweist der gebürtige Lienzer nicht nur mit seiner privaten Leidenschaft als Ralleyfahrer bei den anspruchsvollsten Motorradrennen der Welt, sondern auch als Jurist. In Graz ist Horwath schon seit längerem als Rechtsanwalt tätig, nun lässt er sich bei der Klärung seiner Fälle im Rahmen des demnächst startenden TV-Reality-Formats „Mein Recht! Ich geh‘ nicht auf“ von der Kamera begleiten. Ein joumal- Gespräch mit Christian Horwath über seine Freude am Beruf, den Umgang mit den Kameras und das Ralley-Fahren als Herausforderung.

Wollten Sie immer schon Anwalt werden?
Die Idee stammt ursprünglich nicht von mir, sondern von meinen Eltern, die meinten, dass mir dieser Beruf in die Wiege gelegt worden sei. Nachdem ich zwei linke Hände hatte und für einen typischen Handwerksjob wohl nicht so gut geeignet gewesen wäre, begann ich Jus zu studieren. Später —ich hatte mein Studium und das Gerichtsjahr absolviert — wurde mir klar, in welche Richtung ich gehen möchte. Richter zu werden und über Leute zu urteilen, war nichts für mich. Ich wollte für Personen kämpfen, denen Unrecht widerfahren ist. Das Schöne an meinem Beruf ist, dass man jede Woche Erfolgserlebnisse, wenn oft auch nur kleine, hat und Menschen helfen und sich auch mit ihnen mitfreuen kann. Dieser Beruf ist also wirklich meine Berufung!

Gibt es „Lieblingsfälle“ oder welche, die Sie prinzipiell nicht annehmen?
Lieblingsfälle sind immer jene, bei welchen ich einfache Leute vertrete und wir gegen übermächtige Kontrahenten wie Banken oder Konzerne antreten. Es sind zugleich die größten Herausforderungen, aber auch Erfolge, wenn „David gegen Goliath“ kämpft. Fälle, in welchen es um Missbrauch von Kindern oder sexuelle Gewaltverbrechen geht, nehme ich ausnahmslos nicht an, da ich solche Mandanten nicht verteidigen kann und will.

Wie kamen Sie zum Fernsehen?
Ich habe schon bei diversen Sendungen mit dem ORF kooperiert, wie etwa im Rahmen der Reihen „Am Schauplatz“, „Konkret“ oder „ECO“. Auf Empfehlung einer Journalistin wurde ich im Sommer 2013 von ATV zu einem Gespräch eingeladen. Zwei Wochen spätes erhielt ich den Anruf, dass ich das Casting gewonnen hätte. Für die Sendung hatte man mehrere österreichische Anwälte gecastet.

Wie ist der Umgang mit den TV-Kameras?
Das ist natürlich eine eigene Welt. Die Herausforderung für mich war, dass ich viel dazulernen musste und das noch immer tue. Da aber live mitgefilmt wird, ist alles authentisch und nichts gestellt, was mir auch wichtig ist. Wenn wir drehen, muss man die Kameras „ausblenden“. Andere verstellen sich vor der Kamera und ändern ihre Meinung, aber das ist ja auch vor Gericht öfters der Fall. Es passieren auch immer wieder mal „Hoppalas“. Die Produktionsfirma On-Media arbeitet aber sehr professionell und somit macht die Zusammenarbeit Vergnügen.

Wie lässt sich Ihr Beruf mit dem Ralley-Motorsport vereinbaren?
Das Ralley-Fahren ist eigentlich mein Urlaub und eine geistige Herausforderung. Es geht mir nicht um Schnelligkeit, sondern vorrangig um die Navigation in der Wüste, weswegen es mir auch so viel Spaß macht. Vor allem muss ich mich vor einer Ralley dazu zwingen, mich körperlich und konditionell perfekt vorzubereiten, da ich sonst das Ziel nie erreichen würde. Auch mein Beruf als Jurist ist an sich schon eine gute Vorbereitung, da Arbeitszeiten von 16 Stunden am Stück keine Seltenheit sind. Aber mein Beruf macht mir so viel Spaß, dass ich oft nicht merke, wie schnell die Zeit vergeht!

Text: Judith Goritschnig 

2018-02-19T13:05:47+00:00